Madeira ist klein genug für spontane Ausflüge und gleichzeitig so abwechslungsreich, dass man selbst nach einer Woche noch staunend auf die Landkarte blickt. Zwischen steilen Vulkanklippen, tiefgrünen Lorbeerwäldern, bunten Dörfern und dem tiefblauen Atlantik liegen die schönsten Sehenswürdigkeiten oft nur eine kurvenreiche Straße voneinander entfernt.
Eine gute Karte der Madeira-Sehenswürdigkeiten hilft deshalb bei der Planung enorm. Denn die Insel wirkt auf den ersten Blick überschaubar – doch aus einer Strecke von wenigen Kilometern kann wegen der Berge schnell eine kleine Tagestour werden. Hier findest du eine praktische Orientierung mit den wichtigsten Ausflugszielen, sinnvollen Routen und persönlichen Tipps für eine entspannte Reise.
Madeira auf der Karte: Wo liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten?
Madeira liegt im Atlantik westlich von Marokko und gehört zu Portugal. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und wird von einer imposanten Bergkette durchzogen. Genau diese Landschaft macht sie so reizvoll, aber auch etwas anspruchsvoll bei der Reiseplanung.
Die meisten Urlauber wohnen in oder rund um Funchal an der Südküste. Von dort lassen sich viele Sehenswürdigkeiten gut erreichen. Der Norden ist grüner, wilder und oft wolkenverhangener. Im Westen warten dramatische Küsten, natürliche Lavabecken und spektakuläre Aussichtspunkte. Das bergige Inselinnere begeistert mit Levadas, Gipfeln und tiefen Tälern.
- Südküste: Funchal, Câmara de Lobos, Cabo Girão und Ponta do Sol
- Ostküste: Machico, Caniçal, Ponta de São Lourenço und Santana
- Nordküste: Porto Moniz, Seixal, São Vicente und die alten Küstenstraßen
- Inselinneres: Pico do Arieiro, Pico Ruivo, Curral das Freiras und die Levada-Wanderwege
- Westen: Ribeira Brava, Paul da Serra, Fanal und die natürlichen Lavapools
Wer Madeira zum ersten Mal besucht, sollte nicht versuchen, jeden Punkt auf einmal abzuhaken. Die Insel ist kein Ort für hektisches Sightseeing. Ein Aussichtspunkt verdient Zeit, besonders wenn gerade eine Wolke vorbeizieht und für ein paar Minuten die ganze Landschaft verschluckt. Madeira macht das gern – ein bisschen dramatisch darf es schließlich sein.
Funchal: Historische Altstadt und Atlantikblick
Funchal ist der ideale Ausgangspunkt für eine Madeira-Reise. Die Hauptstadt verbindet Geschichte, Märkte, Gärten und ein lebendiges Stadtleben. Besonders schön ist ein Spaziergang durch die Zona Velha, die historische Altstadt. In der Rua de Santa Maria verwandeln kunstvoll bemalte Türen die Straße in eine kleine Open-Air-Galerie.
Ein Besuch der Mercado dos Lavradores gehört ebenfalls dazu. Zwischen exotischen Früchten, Blumen und frisch gefangenem Fisch wird es manchmal ziemlich bunt und laut. Genau das macht den Markt so charmant. Bei den Früchten lohnt sich ein genauer Blick: Manche sehen aus wie eine Mischung aus Banane und Ananas, schmecken aber überraschend süß und cremig.
Oberhalb der Stadt liegt der Monte Palace Tropical Garden. Zwischen Teichen, exotischen Pflanzen, Koi-Fischen und Skulpturen lässt sich leicht ein halber Tag verbringen. Wer den berühmten Korbschlitten ausprobieren möchte, startet ebenfalls in Monte. Die Fahrt hinunter ist kurz, kurvenreich und vermutlich die einzige Rodelpartie, bei der zwei Männer in traditioneller Kleidung die Bremsen übernehmen.
Cabo Girão: Hoch über dem Meer
Etwa 15 Kilometer westlich von Funchal ragt das Cabo Girão fast senkrecht aus dem Atlantik. Mit einer gläsernen Aussichtsplattform in rund 580 Metern Höhe zählt die Klippe zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Madeiras.
Der Blick hinunter auf die schmalen Terrassen und das Meer ist beeindruckend. Wer bei Glasböden leicht weiche Knie bekommt, sollte vielleicht nicht direkt nach unten schauen. Die Aussicht über die Südküste ist auch auf Augenhöhe großartig.
Am besten lässt sich Cabo Girão mit einem Ausflug nach Câmara de Lobos und Ribeira Brava verbinden. Câmara de Lobos ist ein ehemaliges Fischerdorf mit bunten Booten, kleinen Bars und einer entspannten Atmosphäre. Hier soll Winston Churchill einst gemalt haben. Ob das Dorf heute noch genauso aussieht wie damals? Vermutlich nicht ganz – aber die Fischerboote liegen noch immer fotogen in der Bucht.
Ponta de São Lourenço: Wandern am östlichen Ende
Ganz im Osten Madeiras liegt die Halbinsel Ponta de São Lourenço. Die Landschaft unterscheidet sich deutlich vom übrigen Madeira: Statt dichter Wälder und grüner Täler erwarten dich karge Felsen, goldbraune Gräser und fantastische Ausblicke auf den Atlantik.
Der Wanderweg führt über den schmalen Landrücken bis in Richtung Casa do Sardinha. Die Strecke ist etwa sieben bis acht Kilometer lang, hin und zurück gerechnet, und bietet beinahe hinter jeder Kurve ein neues Fotomotiv. Der Wind kann kräftig wehen, deshalb gehören eine Jacke, Wasser und Sonnenschutz unbedingt in den Rucksack.
Die Wanderung ist nicht extrem schwierig, aber einige Anstiege und unebene Abschnitte solltest du nicht unterschätzen. Besonders am Vormittag ist die Stimmung schön, wenn das Licht die vulkanischen Felsen warm erscheinen lässt. Bei starkem Wind oder schlechtem Wetter kann der Weg gesperrt sein – die Hinweise vor Ort solltest du ernst nehmen.
Santana und die traditionellen Häuser
Im Nordosten liegt Santana, bekannt für seine kleinen, strohgedeckten Häuser mit farbigen Fensterläden. Diese traditionellen Casas Típicas erinnern an die ländliche Vergangenheit der Insel und gehören zu den beliebtesten Fotomotiven Madeiras.
In Santana lohnt sich außerdem ein Besuch des Biosphärenparks und der Umgebung. Die Region ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in die grünen Berge. Nicht weit entfernt liegt der Parque Temático da Madeira, der Einblicke in Geschichte, Handwerk und Traditionen der Insel bietet.
Wer noch Zeit hat, fährt weiter in Richtung Faial oder zum Aussichtspunkt Portela. Von dort öffnet sich ein großartiger Blick über die grünen Täler bis zur zerklüfteten Küste. Die Straßen sind kurvig, aber genau diese Fahrten gehören auf Madeira zum Erlebnis. Eine kleine Pause mit Kaffee und einem Stück Kuchen wirkt dabei oft wahre Wunder.
Pico do Arieiro und Pico Ruivo
Die höchsten Berge Madeiras liegen im zentralen Bergland. Der Pico do Arieiro ist mit dem Auto gut erreichbar und bietet bereits vom Parkplatz aus ein spektakuläres Panorama. Bei klarer Sicht ragen schroffe Gipfel aus einem Meer aus Wolken, und man versteht sofort, warum Madeira auch als Insel des ewigen Frühlings bezeichnet wird.
Die berühmte Bergwanderung zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo, dem höchsten Gipfel der Insel, ist allerdings anspruchsvoll. Steile Treppen, schmale Pfade und ausgesetzte Passagen verlangen Trittsicherheit und eine gute Kondition. Je nach aktueller Wegsituation ist die komplette Strecke nicht immer begehbar.
Für weniger erfahrene Wanderer bietet sich die kürzere Tour zum Aussichtspunkt Miradouro da Pedra Rija an. Auch dort bekommst du bereits einen Eindruck von der dramatischen Bergwelt. Wichtig: In den Bergen kann das Wetter innerhalb weniger Minuten umschlagen. Nebel, Wind und Regen sind keine Seltenheit, selbst wenn in Funchal gerade die Sonne scheint.
Curral das Freiras: Das Nonnental
Curral das Freiras, das sogenannte Nonnental, liegt tief eingebettet zwischen steilen Bergwänden im Inselinneren. Das Dorf wirkt fast wie eine kleine Bühne, umgeben von gewaltigen Felsen. Früher war das Tal nur schwer erreichbar; heute führt eine gut ausgebaute Straße durch Tunnel und über kurvenreiche Bergstrecken dorthin.
Der Aussichtspunkt Eira do Serrado bietet den bekanntesten Blick auf das Tal. Von oben erscheint Curral das Freiras winzig, während die Felswände ringsum umso mächtiger wirken. Im Dorf selbst kannst du Kastaniengerichte und den typischen Kirschlikör Ginjinha probieren. Die Kastanie ist hier mehr als nur eine Beilage – sie landet in Suppen, Kuchen und allerlei herzhaften Gerichten.
Ein Ausflug ins Nonnental lässt sich gut mit einem Besuch in Monte oder mit einer Fahrt durch das zentrale Bergland verbinden. Plane für die Strecke ausreichend Zeit ein. Madeira ist zwar keine große Insel, aber die Berge bestimmen das Tempo.
Porto Moniz und die natürlichen Lavabecken
Im Nordwesten liegt Porto Moniz, berühmt für seine natürlichen Schwimmbecken aus schwarzem Vulkangestein. Bei ruhiger See füllen sich die Becken mit klarem Atlantikwasser. Ein Bad hier ist ein besonderes Erlebnis – allerdings solltest du die Wellen und die Hinweise der Bademeister beachten. Der Atlantik ist kein Swimmingpool, auch wenn er manchmal so freundlich glitzert.
In Porto Moniz gibt es sowohl die bekannten, gut erschlossenen Becken als auch einen natürlicheren Bereich. Je nach Wetter und Wellengang kann der Zugang eingeschränkt sein. Badeutensilien, ein Handtuch und rutschfeste Schuhe gehören ins Gepäck.
Die Fahrt nach Porto Moniz ist allein schon ein Ausflug. Unterwegs führen Straßen durch tiefe Täler, vorbei an Wasserfällen und entlang der wilden Nordküste. Früher war die alte Küstenstraße eine echte Mutprobe. Heute sind viele Abschnitte gesperrt, aber dort, wo sie befahrbar ist, lohnt sich ein vorsichtiger Abstecher.
Seixal und die grüne Nordküste
Auf dem Weg nach Porto Moniz liegt Seixal, ein kleines Dorf mit einer der schönsten Küstenlandschaften Madeiras. Der schwarze Sandstrand hebt sich eindrucksvoll vom tiefgrünen Gebirge ab. Je nach Wetter rollen kräftige Wellen an den Strand, während sich über den Bergen Nebelschwaden sammeln.
Der Miradouro do Véu da Noiva ist ein beliebter Aussichtspunkt. Von dort fällt ein Wasserfall wie ein weißer Schleier direkt in den Atlantik. Daher stammt auch der Name, der auf Deutsch „Brautschleier“ bedeutet. Bei starkem Regen ist der Wasserfall besonders beeindruckend – und man sollte sich nicht wundern, wenn der eigene Regenschirm dabei eher dekorative Funktion hat.
Die Nordküste ist ideal für Reisende, die Natur, Ruhe und Fotomotive suchen. Kleine Badebuchten, grüne Hänge und traditionelle Dörfer wechseln sich ab. Für diese Region solltest du einen ganzen Tag einplanen, statt nur schnell durchzufahren.
Fanal: Mystischer Lorbeerwald
Im Hochland von Madeira liegt der Fanal-Wald, ein UNESCO-Weltnaturerbe und einer der stimmungsvollsten Orte der Insel. Alte Lorbeerbäume stehen zwischen moosbedeckten Wiesen und wirken bei Nebel beinahe wie Figuren aus einem Märchen.
Der Wald gehört zum Schutzgebiet Laurisilva und ist ein Überbleibsel jener subtropischen Wälder, die vor Millionen Jahren große Teile Südeuropas bedeckten. Heute kannst du dort kurze Spaziergänge oder längere Wanderungen unternehmen.
Fanal zeigt sich jeden Tag ein wenig anders. Bei Sonne wirkt die Landschaft freundlich und weich, bei Nebel geheimnisvoll. Beides hat seinen Reiz. Warme Kleidung und festes Schuhwerk sind trotzdem empfehlenswert, denn im Hochland ist es oft deutlich kühler als an der Küste.
Praktische Tipps für deine Ausflugsplanung
Ein Mietwagen ist auf Madeira besonders praktisch, wenn du mehrere Regionen erkunden möchtest. Moderne Schnellstraßen verkürzen viele Wege, während kleinere Bergstraßen oft spektakuläre Aussichten bieten. Fahre dennoch konzentriert und plane großzügige Zeitpuffer ein.
- Prüfe vor Wanderungen immer Wetter, Wegstatus und eventuelle Sperrungen.
- Packe für einen Ausflug mehrere Kleidungsschichten ein. Sonne, Nebel und Regen können sich schnell abwechseln.
- Starte beliebte Ziele wie Ponta de São Lourenço oder Pico do Arieiro möglichst früh.
- Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe mit.
- Verlasse dich nicht ausschließlich auf das Handy. In den Bergen ist der Empfang nicht überall zuverlässig.
- Respektiere die Natur und bleibe auf markierten Wegen, besonders in den Schutzgebieten.
Für eine erste Reise bietet sich folgende Aufteilung an: ein Tag für Funchal und Monte, ein Tag für die Ostküste mit Ponta de São Lourenço und Santana, ein Tag für die Bergwelt rund um Pico do Arieiro oder Curral das Freiras sowie ein weiterer Tag für die Nord- und Westküste mit Seixal und Porto Moniz.
Wer länger bleibt, kann zusätzlich die Levadas erkunden, einen Ausflug nach Paul da Serra unternehmen oder die kleinen Orte an der Südküste besuchen. Gerade dort zeigt sich Madeira oft besonders authentisch: in einer unscheinbaren Dorfbar, auf einem Markt oder an einer Bushaltestelle, an der plötzlich alle miteinander ins Gespräch kommen.
Eine Karte der Madeira-Sehenswürdigkeiten ist also mehr als eine Sammlung von Punkten. Sie zeigt, wie unterschiedlich diese Insel auf kleinem Raum sein kann. Zwischen Blumen, Lavagestein, Bergnebel und Atlantik findest du immer wieder Orte, an denen du ganz automatisch langsamer wirst. Und genau dann beginnt der schönste Teil der Reise.