1 woche Madeira tipps für eine unvergessliche reise

1 woche Madeira tipps für eine unvergessliche reise

Eine Woche Madeira – das klingt nach Atlantikluft, grünen Berghängen, spektakulären Aussichtspunkten und vielleicht dem einen oder anderen Muskelkater. Die portugiesische Blumeninsel ist klein genug, um in sieben Tagen viele ihrer schönsten Seiten kennenzulernen, und gleichzeitig so abwechslungsreich, dass man am liebsten sofort länger bleiben möchte. Zwischen steilen Küsten, dichten Lorbeerwäldern, schwarzen Lavasteinen und gemütlichen Poncha-Bars vergeht die Zeit erstaunlich schnell.

Damit du deine Reise entspannt planen kannst, habe ich eine abwechslungsreiche Route für eine Woche Madeira zusammengestellt. Sie verbindet die lebhafte Hauptstadt Funchal mit Wanderungen, Naturerlebnissen, charmanten Dörfern und reichlich Zeit zum Genießen. Denn wer Madeira nur im Eiltempo durchquert, verpasst genau das, was die Insel so besonders macht: die kleinen Momente am Wegesrand.

Die beste Reisezeit für eine Woche Madeira

Madeira wird nicht umsonst die Insel des ewigen Frühlings genannt. Das Klima ist ganzjährig mild, wobei sich das Wetter je nach Höhenlage und Region deutlich unterscheiden kann. Während in Funchal die Sonne scheint, hängen im Gebirge manchmal dicke Wolken. Eine leichte Regenjacke gehört deshalb unbedingt ins Gepäck – auch wenn der Wetterbericht strahlenden Sonnenschein verspricht.

Besonders angenehm sind die Monate April bis Juni sowie September und Oktober. Im Frühling blüht die Insel besonders üppig, während der Herbst oft mit warmen Tagen und etwas weniger Trubel punktet. Juli und August sind ebenfalls beliebt, allerdings können Unterkünfte und Mietwagen dann deutlich teurer sein.

Für Wanderungen solltest du möglichst früh losgehen. Nicht nur wegen der angenehmeren Temperaturen: Beliebte Wege und Aussichtspunkte füllen sich im Laufe des Vormittags. Und es gibt kaum etwas Schöneres, als eine Levadaschlucht fast für sich allein zu haben – abgesehen vielleicht von einem frisch gebackenen Pastel de Nata danach.

Praktische Tipps vor der Abreise

  • Mietwagen: Ein Auto bietet maximale Flexibilität. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber oft schmal, kurvig und überraschend steil. Beim Parken in Funchal braucht man etwas Geduld.
  • Unterkunft: Funchal ist ideal als Ausgangspunkt. Wer es ruhiger mag, kann zwei oder drei Nächte im Norden oder Westen der Insel einplanen.
  • Wanderschuhe: Für viele Wege reichen feste Sportschuhe nicht aus. Besonders bei feuchtem Wetter können die Pfade rutschig werden.
  • Kleidung: Am besten nach dem Zwiebelprinzip packen. An der Küste kann es warm sein, während es auf den Gipfeln empfindlich kühl wird.
  • Wanderwege prüfen: Einige Routen können wegen Steinschlag, Bauarbeiten oder Wetterbedingungen gesperrt sein. Informiere dich am Vorabend über den aktuellen Zustand.
  • Sprache: In touristischen Regionen kommt man mit Englisch gut zurecht. Ein freundliches „Bom dia“ öffnet aber fast immer Türen und zaubert ein Lächeln ins Gesicht.

Tag 1: Ankommen und Funchal entdecken

Nach der Ankunft am Flughafen von Madeira führt der Weg meist zunächst nach Funchal. Die Hauptstadt liegt malerisch an einem weiten Hang über dem Atlantik. Für den ersten Tag empfiehlt sich ein entspannter Spaziergang, statt sofort das komplette Inselprogramm durchzuziehen.

Beginne im Mercado dos Lavradores. Zwischen bunten Blumen, exotischen Früchten und Gewürzen herrscht ein lebhaftes Treiben. Die Verkäufer präsentieren ihre Waren mit sichtlichem Stolz, und überall duftet es nach frischen Kräutern und reifen Früchten. Bei den Fischständen wird es manchmal etwas geruchsintensiver – schließlich ist Madeira eine Insel und der Atlantik nicht weit.

Anschließend kannst du durch die Rua de Santa Maria schlendern. Die schmale Straße in der Altstadt ist für ihre bemalten Türen bekannt. Aus ehemaligen Eingängen sind kleine Kunstwerke geworden, jedes mit einem eigenen Motiv. Zahlreiche Cafés und Restaurants laden zu einer Pause ein.

Am Nachmittag lohnt sich ein Spaziergang entlang der Uferpromenade. Bei schönem Wetter kannst du den Sonnenuntergang über dem Atlantik genießen. Zum Abendessen gehören typische Gerichte wie Espada com banana – schwarzer Degenfisch mit Banane. Die Kombination klingt zunächst etwas ungewöhnlich, schmeckt aber erstaunlich harmonisch.

Tag 2: Monte, Seilbahn und botanische Gärten

Am zweiten Tag geht es hinauf nach Monte, einen hoch gelegenen Stadtteil von Funchal. Die Seilbahn bringt dich in wenigen Minuten von der Altstadt nach oben. Während der Fahrt breitet sich Funchal unter dir aus, und der Blick reicht weit über die Dächer bis zum Meer.

In Monte befindet sich die Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte. Die breite Treppe vor der Kirche ist beeindruckend, ebenso die Aussicht über die Stadt. Wer Pflanzen liebt, sollte anschließend den Monte Palace Tropical Garden besuchen. Zwischen Teichen, Wasserfällen, exotischen Bäumen und asiatischen Pavillons fühlt man sich fast wie in einer anderen Welt.

Berühmt sind die traditionellen Korbschlitten von Madeira. Die sogenannten Carreiros steuern ihre geflochtenen Schlitten auf einer steilen Straße talwärts. Die Fahrt ist kurz, ungewöhnlich und durchaus rasant. Ob sie besonders umweltfreundlich ist, darüber lässt sich diskutieren; ein Erlebnis ist sie allemal. Wer lieber gemütlich unterwegs ist, nimmt für den Rückweg einfach ein Taxi oder den Bus.

Den Nachmittag kannst du in Funchal verbringen. Ein Besuch im Blandy’s Wine Lodge bietet interessante Einblicke in die Geschichte des Madeiraweins. Eine kleine Verkostung gehört natürlich dazu. Wichtig: Madeirawein ist stärker als gewöhnlicher Tafelwein – ein Glas sollte man also mit Respekt behandeln.

Tag 3: Cabo Girão, Câmara de Lobos und der Westen

Mit dem Mietwagen oder einer organisierten Tour geht es am dritten Tag in den Westen der Insel. Erster Stopp ist Cabo Girão, eine der höchsten Steilklippen Europas. Die gläserne Aussichtsplattform schwebt in rund 580 Metern Höhe über dem Meer. Wer beim Blick durch den Boden leicht weiche Knie bekommt, ist damit nicht allein.

Danach lohnt sich ein Abstecher nach Câmara de Lobos. Das ehemalige Fischerdorf liegt in einer geschützten Bucht und war einst ein beliebtes Motiv von Winston Churchill. Die bunten Boote, kleinen Bars und engen Gassen laden zu einem gemütlichen Rundgang ein. Probier hier eine Poncha, das traditionelle Getränk aus Zuckerrohrschnaps, Zitronensaft und Honig. Sie wärmt – und zwar nicht nur das Herz.

Weiter geht die Fahrt über Ribeira Brava und São Vicente in Richtung Norden. Die Landschaft verändert sich sichtbar: Die Küsten werden rauer, die Berge grüner und die Dörfer ruhiger. In São Vicente kannst du die vulkanischen Höhlen besuchen oder einfach durch den Ort spazieren und einen Kaffee trinken.

Wenn noch Zeit bleibt, führt die Straße weiter nach Porto Moniz. Die natürlichen Lavabecken liegen direkt am Meer und werden durch die Wellen mit frischem Atlantikwasser gefüllt. Bei ruhiger See ist ein Bad ein unvergessliches Erlebnis. Badeschuhe sind empfehlenswert, da die schwarzen Vulkanfelsen stellenweise scharf und uneben sind.

Tag 4: Eine Wanderung entlang der Levada

Madeira ist berühmt für ihre Levadas. Diese schmalen Wasserkanäle durchziehen die Insel und versorgen bis heute Felder und Plantagen mit Wasser. Entlang vieler Levadas verlaufen Wanderwege, die durch Wälder, Schluchten und spektakuläre Berglandschaften führen.

Eine beliebte Route ist die Levada das 25 Fontes bei Rabaçal. Der Weg führt durch dichtes Grün zu mehreren Wasserfällen und kleinen Quellen. Besonders nach niederschlagsreichen Tagen stürzen beeindruckende Wassermengen über die Felsen. Die Strecke ist gut machbar, kann aber an Engstellen recht voll werden.

Wer eine ruhigere Alternative sucht, kann die Levada dos Balcões wählen. Der kurze Weg führt durch den Laurissilva-Wald, einen uralten Lorbeerwald und UNESCO-Weltnaturerbe. Am Aussichtspunkt angekommen, öffnet sich ein weiter Blick über das grüne Tal von Ribeiro Frio. Mit etwas Glück zeigen sich sogar kleine Madeira-Buchfinken.

Nimm ausreichend Wasser und Proviant mit. Entlang der Wanderwege gibt es nicht immer Verkaufsstände, und ein Käsebrot schmeckt mit Blick auf einen Wasserfall ohnehin besser als jedes Restaurantmenü. Bei schmalen Passagen solltest du außerdem Rücksicht auf entgegenkommende Wanderer nehmen. Ein freundliches „Bom dia“ funktioniert auch hier besser als ein genervtes Ausweichen.

Tag 5: Pico do Arieiro und Santana

Für Frühaufsteher wartet am fünften Tag ein echtes Highlight: der Pico do Arieiro. Mit 1.818 Metern ist er einer der höchsten Gipfel Madeiras und bequem mit dem Auto erreichbar. Bei klarer Sicht leuchten die zerklüfteten Bergspitzen in warmen Rot- und Brauntönen, während unter dir die Wolken wie ein weiches Meer liegen.

Die berühmte Wanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo ist anspruchsvoll und nicht immer vollständig begehbar. Sie enthält steile Treppen, schmale Pfade und viele Höhenmeter. Prüfe deshalb unbedingt den aktuellen Zustand und deine eigene Kondition. Für einen Tagesausflug reicht es völlig, ein Teilstück zu wandern und anschließend zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Danach führt die Fahrt nach Santana an der Nordküste. Bekannt ist der Ort für seine traditionellen strohgedeckten Häuser mit bunten Türen. Viele der ursprünglichen Gebäude sind heute touristisch aufbereitet, vermitteln aber dennoch einen guten Eindruck von der früheren Lebensweise.

Auf dem Rückweg kannst du einen Halt in Faial oder am Aussichtspunkt Guindaste einlegen. Dort reichen die Blicke weit über die zerklüftete Nordküste. Der Wind kann kräftig sein – eine gute Gelegenheit, den Hut einmal sicher im Rucksack zu verstauen.

Tag 6: Ponta de São Lourenço und ein Bad im Meer

Die Halbinsel Ponta de São Lourenço zeigt Madeira von einer ganz anderen Seite. Statt dichter Wälder erwarten dich trockene, windgepeitschte Landschaften, vulkanische Felsen und weite Ausblicke auf den Atlantik. Der Wanderweg führt über einen schmalen Landrücken und wirkt an manchen Stellen fast wie eine natürliche Brücke zwischen Himmel und Meer.

Die gesamte Strecke bis zum östlichen Aussichtspunkt und zurück dauert mehrere Stunden. Schatten gibt es kaum, deshalb solltest du früh starten, Sonnencreme auftragen und genügend Wasser einpacken. Die Landschaft ist besonders am Morgen eindrucksvoll, wenn das Licht die Felsen in warme Farben taucht.

Nach der Wanderung bietet sich ein Besuch in Machico an. Der Ort besitzt einen kleinen Sandstrand, der teilweise mit Sand aus Marokko angelegt wurde. Für eine Abkühlung im Meer ist er ideal. Wer lieber einen natürlichen Strand sehen möchte, fährt weiter nach Prainha. Der dunkle Sand und die geschützte Bucht bilden einen schönen Kontrast zu den steilen Felsen der Umgebung.

Am Abend kannst du in einem lokalen Restaurant Espetada probieren: Rindfleischspieße, die traditionell auf Lorbeerholz gegrillt werden. Dazu passen Maisbrot, Salat und ein Glas regionaler Wein. Einfach, aromatisch und genau das Richtige nach einem Tag an der frischen Luft.

Tag 7: Entspannung und letzte Inselmomente

Der letzte Tag sollte nicht zu vollgepackt sein. Madeira hat viele Kurven, und ein entspannter Abschluss fühlt sich deutlich besser an als ein hektisches Abhaken der letzten Sehenswürdigkeiten.

Wenn du in Funchal wohnst, kannst du noch einmal durch die Altstadt bummeln, Souvenirs kaufen oder in einem Café sitzen und das Treiben beobachten. Als Mitbringsel eignen sich Madeirawein, Honigkuchen, Gewürze oder handgefertigte Korbwaren. Auch eine Flasche Poncha lässt sich gut transportieren – natürlich nur im aufgegebenen Gepäck.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Bootstour entlang der Südküste. Mit etwas Glück lassen sich Delfine und Wale beobachten. Die Tiere leben hier ganzjährig, eine Sichtung kann jedoch nie garantiert werden. Seriöse Anbieter halten Abstand zu den Tieren und verzichten auf hektische Verfolgungsjagden.

Zum Abschied lohnt sich ein letzter Blick auf den Atlantik. Vielleicht sitzt du dabei auf einer Promenade, vielleicht auf der Terrasse einer kleinen Bar. Madeira verabschiedet sich oft mit einem Sonnenuntergang, der die Wolken rosa färbt – als wollte die Insel noch schnell sagen: Komm bald wieder.

Was Madeira so besonders macht

Eine Woche reicht aus, um Madeira intensiv kennenzulernen, aber nicht, um wirklich alles zu sehen. Genau darin liegt der Reiz. Die Insel verbindet portugiesische Gelassenheit mit einer beeindruckenden Natur, die sich hinter jeder Kurve verändert. Morgens wanderst du durch feuchten Lorbeerwald, mittags schwimmst du im Atlantik und abends sitzt du bei gegrilltem Fisch in einer warmen, kleinen Dorfstraße.

Plane nicht jede Stunde durch. Lass Platz für spontane Stopps, unbekannte Aussichtspunkte und Cafés, deren Namen du dir nicht merken kannst. Manchmal sind es gerade diese ungeplanten Momente, die von einer Reise am längsten im Gedächtnis bleiben. Und falls unterwegs einmal der Nebel schneller ist als du oder der Mietwagen an einer besonders steilen Straße protestiert: tief durchatmen, lächeln und daran denken, dass Madeira schließlich eine Insel für Entdecker ist.