3 wochen Vietnam reiseroute: die schönste route von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt

3 wochen Vietnam reiseroute: die schönste route von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt

Vietnam in drei Wochen zu bereisen, klingt zunächst nach einem sportlichen Vorhaben. Das Land ist langgezogen, die Entfernungen sind größer, als die Karte vermuten lässt, und zwischen Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt warten unzählige Orte, die einen längeren Aufenthalt verdient hätten. Trotzdem lässt sich eine wunderbare Route planen, wenn man nicht versucht, jede Sehenswürdigkeit abzuhaken.

Meine Empfehlung führt von den lebhaften Gassen Hanois über smaragdgrüne Reisterrassen, kaiserliche Städte und goldene Sandstrände bis ins quirlige Mekongdelta. Die Strecke verbindet Kultur, Natur, gutes Essen und ein wenig Erholung. Und natürlich bleibt Zeit für jene Momente, die man nicht planen kann: ein freundliches Gespräch auf einem Markt, ein überraschend guter Kaffee oder eine kleine Rollerfahrt, die plötzlich mitten in einer Postkartenlandschaft endet.

Die beste Reisezeit für Vietnam

Vietnam besitzt mehrere Klimazonen. Während im Norden kühlere Winter möglich sind, ist es im Süden oft tropisch warm. Für die gesamte Route eignen sich besonders die Monate Februar bis April sowie Oktober und November. In diesen Zeiträumen sind die Temperaturen meist angenehm und die Regenwahrscheinlichkeit vielerorts moderat.

Wer im Sommer reist, muss im Norden und in Zentralvietnam mit kräftigen Regenschauern rechnen. Diese dauern häufig nicht den ganzen Tag, können aber Ausflüge kurzfristig verändern. Ein leichter Regenschutz gehört deshalb ins Gepäck – ebenso wie Sonnencreme. Die vietnamesische Sonne ist ausgesprochen motiviert.

Praktische Vorbereitung für drei Wochen Vietnam

Für die Einreise benötigen deutsche Staatsbürger je nach Aufenthaltsdauer und Einreiseart ein Visum oder eine elektronische Einreisegenehmigung. Die aktuellen Bestimmungen sollte man vor der Abreise auf der offiziellen Regierungsseite prüfen. Wichtig ist außerdem, dass der Reisepass bei der Einreise noch ausreichend gültig ist.

Vietnam lässt sich gut mit einer Kombination aus Inlandsflügen, Nachtzügen und privaten Transfers bereisen. Für diese Route empfehle ich, nicht jede Strecke mit dem Bus zurückzulegen. Nachtzüge sind ein schönes Erlebnis, sparen eine Übernachtung und führen mitten durch das Land. Bei langen Distanzen ist ein kurzer Flug allerdings oft die nervenschonendere Variante.

  • Bequeme Schuhe für Altstädte, Tempelanlagen und unebene Wege
  • Leichte Kleidung, eine dünne Jacke und ein Tuch für Tempelbesuche
  • Mückenschutz, besonders für das Mekongdelta und ländliche Regionen
  • Eine wiederverwendbare Trinkflasche
  • Etwas Bargeld in vietnamesischen Dong für kleine Restaurants und Märkte
  • Eine eSIM oder lokale SIM-Karte für Navigation und Übersetzungs-Apps

Tage 1 bis 3: Hanoi – zwischen Garküchen und Kolonialfassaden

Der beste Auftakt für die Reise ist Hanoi. Die Hauptstadt wirkt auf den ersten Blick chaotisch, laut und ein wenig überwältigend. Nach wenigen Stunden beginnt man jedoch, ihren Rhythmus zu verstehen. Mopeds schlängeln sich durch die Straßen, Händlerinnen balancieren Obstkörbe auf den Schultern und aus winzigen Küchen duftet es nach gegrilltem Fleisch, Kräutern und Limette.

Für die ersten Tage eignet sich die Altstadt rund um den Hoan-Kiem-See. Früh am Morgen treffen sich dort Einheimische zum Tai-Chi, Joggen oder für eine gemütliche Gesprächsrunde. Später füllen sich die schmalen Gassen mit Verkaufsständen und kleinen Cafés. Ein Spaziergang durch die 36 Gassen ist Pflicht – auch wenn man sich dabei ziemlich sicher mindestens einmal verläuft.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören der Literaturtempel, das Ho-Chi-Minh-Mausoleum und die Einsäulenpagode. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte auch das Vietnam Museum of Ethnology besuchen. Dort erhält man einen guten Einblick in die verschiedenen Volksgruppen des Landes.

  • Hoan-Kiem-See: ideal für einen frühen Spaziergang
  • Literaturtempel: eine ruhige und kunstvolle Anlage mitten in der Stadt
  • Train Street: nur besuchen, wenn der Zugang offiziell erlaubt ist
  • Dong-Xuan-Markt: ein lebhafter Markt für Snacks, Gewürze und Alltagswaren
  • Wasserpuppentheater: eine unterhaltsame Einführung in vietnamesische Traditionen

Beim Essen sollte man sich in Hanoi unbedingt durch die Klassiker probieren: Pho zum Frühstück, Bun Cha mit gegrilltem Schweinefleisch und frische Frühlingsrollen. Für Kaffeeliebhaber ist Egg Coffee eine kuriose, aber köstliche Spezialität. Er schmeckt ein wenig wie flüssiges Tiramisu – nur dass man ihn in Hanoi trinkt und dabei dem Verkehr zusieht.

Tage 4 bis 5: Ninh Binh – Karstfelsen und Reisfelder

Von Hanoi geht es in etwa zwei Stunden nach Ninh Binh. Die Landschaft rund um Tam Coc und Trang An gehört zu den schönsten des Landes. Kalksteinfelsen ragen aus grünen Reisfeldern, Flüsse schlängeln sich durch Höhlen und kleine Boote gleiten fast lautlos über das Wasser.

Eine Bootsfahrt durch Trang An ist besonders eindrucksvoll. Die Ruderinnen steuern ihre Boote teilweise mit den Füßen – eine Fähigkeit, die bei uns vermutlich für großes Staunen und einige sehr unbeholfene Nachahmungsversuche sorgen würde. Die Fahrt führt durch mehrere Höhlen und vorbei an Tempeln, die zwischen den Felsen versteckt liegen.

Für einen weiten Blick über die Region lohnt sich der Aufstieg zur Mua Cave. Die rund 500 Stufen sind bei Hitze durchaus eine kleine Herausforderung, aber oben wartet ein spektakuläres Panorama. Am besten startet man früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Dann ist das Licht besonders schön und die Temperaturen sind angenehmer.

Wer Zeit hat, kann außerdem die Bich-Dong-Pagode oder die alte Hauptstadt Hoa Lu besuchen. Zwei Nächte in Ninh Binh sind ideal, denn die Umgebung lässt sich mit dem Fahrrad oder einem privaten Fahrer wunderbar erkunden.

Tage 6 bis 7: Halong-Bucht oder Lan-Ha-Bucht

Die berühmte Halong-Bucht mit ihren hunderten Kalksteininseln gehört zu den bekanntesten Reisezielen Vietnams. Eine Übernachtung auf einem Schiff ermöglicht es, die Landschaft nicht nur im hektischen Tagesausflugstempo zu erleben. Früh am Morgen liegt oft Nebel über dem Wasser, und die Felsen erscheinen wie schwimmende Inseln aus einem Märchenbuch.

Allerdings ist die Halong-Bucht inzwischen stark besucht. Wer eine ruhigere Alternative sucht, sollte die Lan-Ha-Bucht in Betracht ziehen. Sie bietet eine sehr ähnliche Landschaft, wirkt aber häufig entspannter. Bei der Auswahl der Kreuzfahrt lohnt es sich, auf die Gruppengröße, die Route und aktuelle Bewertungen zu achten. Ein niedriger Preis ist nicht immer ein Schnäppchen – manchmal ist er nur ein Hinweis auf besonders kleine Kabinen und sehr große Reisegruppen.

  • Eine Kreuzfahrt mit nur einer Übernachtung reicht für einen ersten Besuch aus.
  • Aktivitäten sind meist Kajakfahren, Schwimmen und Höhlenbesichtigungen.
  • Bei empfindlichem Magen vorsichtshalber Medikamente gegen Seekrankheit einpacken.
  • Die Wetterbedingungen können zu kurzfristigen Änderungen der Route führen.

Tage 8 bis 10: Hue – kaiserliche Geschichte am Parfümfluss

Nach Hanoi und der Halong-Bucht geht es weiter nach Zentralvietnam. Von Hanoi ist ein Flug nach Hue am bequemsten. Die ehemalige Kaiserstadt liegt am Parfümfluss und besitzt eine ganz eigene, ruhigere Atmosphäre.

Im Mittelpunkt steht die Zitadelle mit der Verbotenen Purpurnen Stadt. Teile der Anlage wurden im Krieg beschädigt, vieles ist jedoch restauriert worden. Rote Tore, kunstvolle Dächer und verwitterte Mauern erzählen von der Zeit der Nguyen-Dynastie. Für den Besuch sollte man mindestens einen halben Tag einplanen.

Außerhalb des Zentrums liegen mehrere eindrucksvolle Kaisergräber. Besonders sehenswert sind die Anlagen von Khai Dinh und Tu Duc. Sie unterscheiden sich stark voneinander: Während Khai Dinhs Grabmal prachtvoll und fast überladen wirkt, strahlt Tu Ducs Anlage eine parkähnliche Ruhe aus.

Hue ist außerdem ein guter Ort, um regionale Gerichte zu probieren. Bun Bo Hue, eine würzige Nudelsuppe mit Rindfleisch, ist kräftiger als die berühmte Pho. Dazu kommen kleine Reisküchlein und gefüllte Teigtaschen. Die Portionen sind oft klein – perfekt, um sich durch mehrere Spezialitäten zu kosten.

Tage 11 bis 13: Hoi An – Laternenlicht und entspannte Abende

Von Hue führt die Route über den Hai-Van-Pass nach Hoi An. Die Fahrt kann mit einem privaten Fahrer organisiert werden und gehört zu den schönsten Transfers der Reise. Kurvenreiche Straßen, Berge und Meer wechseln einander ab. Wer selbst mit dem Roller fährt, sollte Erfahrung mitbringen: Die Landschaft ist großartig, der Verkehr allerdings nicht immer ein stiller Bewunderer derselben.

Hoi An bezaubert mit gelben Häusern, alten Handelshäusern und bunten Laternen. Besonders am Abend, wenn die Altstadt für den Verkehr gesperrt ist, entsteht eine beinahe märchenhafte Stimmung. Am Thu-Bon-Fluss spiegeln sich die Lichter, Garküchen servieren Cao Lau und Banh Mi, und aus den Geschäften duftet es nach Leder und Stoffen.

Ein Fahrrad ist in Hoi An das ideale Verkehrsmittel. Damit erreicht man in kurzer Zeit Reisfelder, kleine Dörfer und den Strand An Bang. Auch ein Kochkurs lohnt sich. Viele Anbieter beginnen mit einem Marktbesuch, bei dem man Kräuter, Gewürze und frisches Gemüse kennenlernt, bevor gemeinsam gekocht wird.

Wer Kleidung anfertigen lassen möchte, sollte dafür mindestens zwei bis drei Tage einplanen. Eine erste Anprobe ist selten die letzte – vietnamesische Schneiderinnen arbeiten schnell, aber auch sie können nicht zaubern.

Tage 14 bis 15: Da Nang und die Küste

Da Nang liegt nur etwa eine Stunde von Hoi An entfernt und eignet sich gut für zwei Tage am Meer. Der My-Khe-Strand ist lang, breit und besonders am frühen Morgen angenehm ruhig. Dann treffen sich Einheimische zum Schwimmen, während Fischerboote am Horizont auftauchen.

Sehenswert sind die Marble Mountains südlich der Stadt. In den Höhlen und Pagoden der fünf Marmorberge herrscht eine besondere Atmosphäre: Sonnenstrahlen fallen durch Öffnungen in den Felsen, Räucherstäbchen verbreiten ihren würzigen Duft und plötzlich steht man vor einem kleinen buddhistischen Schrein.

Wer lieber einen zusätzlichen Ausflug unternimmt, kann die Ba-Na-Hills besuchen. Die berühmte Golden Bridge ist fotogen, doch die Anlage ist stark auf Tourismus ausgerichtet. Für authentischere Eindrücke sind die Marble Mountains und ein Spaziergang durch Da Nangs Fischerviertel oft lohnender.

Tage 16 bis 18: Ho-Chi-Minh-Stadt – Vietnams pulsierender Süden

Ein Flug bringt dich von Da Nang nach Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon. Die Metropole wirkt energiegeladen, modern und manchmal herrlich überdreht. Wolkenkratzer stehen neben alten Kolonialgebäuden, Cafés verstecken sich in schmalen Innenhöfen und an jeder Kreuzung scheint ein eigener Verkehrswirbel zu entstehen.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören das Hauptpostamt, die Kathedrale Notre-Dame von Saigon, der Wiedervereinigungspalast und das War Remnants Museum. Letzteres ist sehr eindrucksvoll, aber auch emotional fordernd. Für den Besuch sollte man ausreichend Zeit und Ruhe einplanen.

Am Abend lohnt sich ein Spaziergang durch die Nguyen-Hue-Straße. Wer die Stadt von oben sehen möchte, findet in den oberen Etagen moderner Gebäude zahlreiche Rooftop-Bars. Für eine kulinarische Entdeckungstour sind die kleinen Garküchen in den Bezirken 3 und 4 eine gute Wahl. Probiert Banh Xeo, gegrillte Meeresfrüchte und einen vietnamesischen Eiskaffee mit viel Kondensmilch.

Tage 19 bis 20: Mekongdelta – Wasserwege und Dorfleben

Das Mekongdelta bildet einen wunderbaren Kontrast zur Großstadt. Von Ho-Chi-Minh-Stadt aus erreicht man Can Tho in einigen Stunden. Eine Übernachtung vor Ort lohnt sich, damit der Besuch des schwimmenden Marktes nicht zur müden Frühaufsteherprüfung wird.

Der Cai-Rang-Markt beginnt sehr früh am Morgen. Händler verkaufen Ananas, Kokosnüsse, Suppen und Kaffee direkt von ihren Booten. Oft erkennt man am langen Bambusstock, welche Ware angeboten wird. Der Markt ist kein folkloristisches Schauspiel, sondern ein echter Handelsplatz – genau das macht ihn so interessant.

Zwischen den Wasserwegen liegen Obstgärten, kleine Werkstätten und ruhige Dörfer. Eine Bootsfahrt durch die schmaleren Kanäle vermittelt einen guten Eindruck vom Alltag im Delta. Für ein authentischeres Erlebnis sollte man eine kleinere Tour wählen und Anbieter meiden, die mehrere große Gruppen gleichzeitig durch dieselbe Route schicken.

Tag 21: Letzte Stunden in Ho-Chi-Minh-Stadt

Für den letzten Tag ist es sinnvoll, zurück nach Ho-Chi-Minh-Stadt zu fahren oder dort eine zusätzliche Nacht einzuplanen. So bleibt ein Puffer für Verspätungen und man muss nicht direkt vom Mekongdelta zum internationalen Abflug hetzen.

Die letzten Stunden eignen sich für Souvenirs, einen Marktbesuch oder ein ruhiges Frühstück in einem Café. Besonders schön sind vietnamesischer Kaffee, frisches Obst und ein letzter Spaziergang durch die Stadt. Vielleicht sitzt man dabei auf einem kleinen Plastikhocker, beobachtet den Verkehr und fragt sich, wie man diese erstaunliche Mischung aus Lärm, Freundlichkeit, Düften und Farben jemals wieder vergessen soll.

Unterkünfte und Transport entlang der Route

In Vietnam findet man für jedes Budget passende Unterkünfte. In Hanoi und Hoi An sind kleine Boutique-Hotels in zentraler Lage besonders angenehm. In Ninh Binh oder im Mekongdelta bieten sich Homestays an. Sie sind oft einfach eingerichtet, vermitteln aber einen unmittelbaren Eindruck vom lokalen Leben.

  • Früh buchen sollte man Kreuzfahrten, Nachtzüge und beliebte Hotels in Hoi An.
  • Bei Nachtzügen sind weiche Schlafwagenabteile angenehmer als einfache Sitzplätze.
  • Grab ist in größeren Städten eine praktische App für Fahrten und Essenslieferungen.
  • Bei Taxis sollte man auf bekannte Anbieter achten und den Fahrpreis kontrollieren.
  • Roller nur mieten, wenn Führerschein, Versicherung und Fahrpraxis vorhanden sind.

Diese dreiwöchige Route bietet einen abwechslungsreichen Einblick in Vietnam, ohne jeden zweiten Tag die Koffer neu packen zu müssen. Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt zeigen das moderne, lebhafte Vietnam, Hue und Hoi An bewahren seine Geschichte, während Ninh Binh, die Küste und das Mekongdelta für Naturerlebnisse sorgen. Wer unterwegs Raum für spontane Entdeckungen lässt, wird vermutlich nicht alles sehen – aber sehr viel erleben.