Wer nach Südafrika reist, hält vielleicht noch ein paar US-Dollar in der Reisetasche – schließlich gelten sie in vielen Ländern als praktische „Notfallwährung“. Doch kann man damit auch in Südafrika bezahlen? Die kurze Antwort lautet: Manchmal, aber im Alltag besser nicht. Die offizielle Währung des Landes ist der südafrikanische Rand, kurz ZAR oder einfach „Rand“. Wer mit Dollar ankommt und damit überall bezahlen möchte, wird vermutlich schneller ins Schwitzen geraten als bei einer Wanderung im Kruger-Nationalpark.
Der südafrikanische Rand ist das offizielle Zahlungsmittel
In Südafrika wird mit dem südafrikanischen Rand bezahlt. Die Währung trägt das Kürzel ZAR und wird mit dem Symbol „R“ angegeben. Ein Preis von R250 bedeutet also 250 Rand. Die Geldscheine zeigen bekannte Tiere des Landes, darunter Nashörner, Elefanten, Löwen und Büffel. Die Münzen sind ebenfalls mit südafrikanischen Motiven gestaltet – hübsch anzusehen und manchmal erstaunlich schwer im Portemonnaie.
US-Dollar sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet: Geschäfte, Restaurants, Tankstellen, Taxis und Supermärkte müssen Dollar nicht akzeptieren. In den meisten Alltagssituationen wird ausschließlich in Rand bezahlt. Auch Euro, Schweizer Franken oder britische Pfund helfen an der Kasse normalerweise nicht weiter.
Wer also in Kapstadt einen Kaffee bestellt, auf einem Markt in Johannesburg Souvenirs kauft oder an der Garden Route tanken möchte, sollte Rand dabeihaben oder mit einer geeigneten Karte bezahlen.
Wann werden US-Dollar möglicherweise akzeptiert?
Es gibt einige Ausnahmen. In sehr touristischen Gegenden, bei hochwertigen Lodges, privaten Safaris oder bestimmten Reiseveranstaltern kann es vorkommen, dass US-Dollar akzeptiert werden. Das gilt besonders dann, wenn viele internationale Gäste anreisen und die Preise ohnehin in Dollar kalkuliert werden.
Auch manche Hotels oder Unterkünfte nennen ihre Preise zusätzlich in US-Dollar. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man vor Ort problemlos mit Dollar-Scheinen bezahlen kann. Häufig dient die Dollarangabe nur als Orientierung für Gäste aus dem Ausland. Abgerechnet wird dann in Rand oder per Kreditkarte.
Bei internationalen Reiseveranstaltern kann der Reisepreis ebenfalls in US-Dollar angegeben sein. Wer eine Safari schon im Voraus bucht, bezahlt oft per Überweisung oder online mit Karte. Das ist etwas anderes, als beim Check-in ein Bündel Dollar auf den Empfangstresen zu legen.
In Grenzregionen oder an Flughäfen können Dollar gelegentlich ebenfalls angenommen werden. Doch auch dort sollte man nicht mit einem besonders günstigen Wechselkurs rechnen. Ein Händler, der ausnahmsweise Dollar akzeptiert, macht das schließlich nicht aus reiner Währungsbegeisterung.
Warum die Zahlung mit Dollar oft keine gute Idee ist
Selbst wenn ein Händler US-Dollar akzeptiert, ist der angebotene Wechselkurs häufig ungünstiger als bei einer Bank oder einem offiziellen Geldautomaten. Dazu kommt, dass das Wechselgeld fast immer in Rand ausgezahlt wird. Wer also mit einem 100-Dollar-Schein eine Kleinigkeit bezahlt, erhält womöglich eine große Menge Rand zurück – und muss erst einmal nachrechnen, ob der Betrag stimmt.
Ein weiteres Problem: Nicht jeder Händler verfügt über genügend Wechselgeld. In kleinen Geschäften, auf Märkten oder bei mobilen Verkaufsständen kann es passieren, dass ein Dollar-Schein zwar neugierig betrachtet, aber freundlich abgelehnt wird.
Auch beschädigte, beschriftete oder ältere US-Dollar-Scheine können Schwierigkeiten bereiten. Einige Wechselstuben akzeptieren nur makellose Banknoten. Für Reisende ist es deshalb wesentlich unkomplizierter, Dollar nicht als Zahlungsmittel einzuplanen, sondern sie höchstens als Reserve mitzunehmen.
Mit Kreditkarte oder Debitkarte bezahlen
In Südafrika kann man in Städten und touristischen Regionen meist problemlos mit Kreditkarte bezahlen. Visa und Mastercard werden häufig akzeptiert. Das gilt für Hotels, größere Restaurants, Einkaufszentren, Mietwagenfirmen und viele Sehenswürdigkeiten. Auch kontaktloses Bezahlen ist weit verbreitet.
American Express wird dagegen nicht überall angenommen. Wer ausschließlich eine Amex-Karte besitzt, sollte unbedingt eine zweite Karte dabeihaben. Eine kleine finanzielle Doppelversicherung kann unterwegs sehr beruhigend sein – besonders wenn die erste Karte plötzlich beschließt, am Geldautomaten einen freien Tag einzulegen.
Bei Kartenzahlungen wird der Betrag in der Regel in Rand abgerechnet. Die eigene Bank rechnet anschließend in Euro oder die jeweilige Heimatwährung um. Es lohnt sich, am Zahlungsterminal immer die Abrechnung in südafrikanischen Rand zu wählen, wenn eine Auswahl angeboten wird. Wird stattdessen direkt in Euro oder US-Dollar abgerechnet, handelt es sich oft um eine sogenannte dynamische Währungsumrechnung. Diese kann einen deutlich schlechteren Wechselkurs enthalten.
Vor der Abreise sollte man prüfen:
- Ob die eigene Karte für Zahlungen außerhalb Europas freigeschaltet ist.
- Welche Gebühren für Auslandseinsätze und Bargeldabhebungen anfallen.
- Ob die PIN der Karte bekannt ist.
- Ob die Bank über die Reise informiert werden sollte.
- Ob eine zweite Karte getrennt von der ersten aufbewahrt wird.
Gerade bei Mietwagen wird häufig eine Kreditkarte für die Kaution verlangt. Eine reine Debitkarte wird nicht von jedem Anbieter akzeptiert. Die Bedingungen sollte man vor der Buchung genau lesen, damit der Urlaub nicht schon am Schalter des Mietwagenunternehmens eine unerwartete Wendung nimmt.
Geldautomaten in Südafrika
Geldautomaten gibt es in Flughäfen, Einkaufszentren, Banken, größeren Supermärkten und vielen touristischen Orten. Mit internationalen Visa- oder Mastercard-Karten kann man meistens Rand abheben. Der Automat zeigt in der Regel an, welche Gebühren anfallen und ob die gewünschte Auszahlung möglich ist.
Aus Sicherheitsgründen sollte man möglichst Automaten innerhalb von Banken, Einkaufszentren oder gut besuchten Bereichen nutzen. Vermeiden sollte man abgelegene Automaten an stillen Straßen oder wenn fremde Personen ungefragt Hilfe anbieten. Das ist nicht nur in Südafrika eine sinnvolle Regel, sondern überall auf der Welt.
Bei der Abhebung kann der Automat fragen, ob die Umrechnung durch den Automatenbetreiber oder durch die eigene Bank erfolgen soll. Meist ist es günstiger, die Umrechnung abzulehnen und die Abrechnung in Rand zu wählen. Der eigene Kartenanbieter verwendet dann seinen Wechselkurs, der häufig besser ist.
Es ist ratsam, nicht jedes Mal den maximal möglichen Betrag abzuheben. Einerseits können Gebühren anfallen, andererseits sollte man nicht mit großen Bargeldsummen durch die Gegend reisen. Eine moderate Reserve für kleinere Ausgaben reicht meist aus.
Wie viel Bargeld sollte man dabeihaben?
Eine genaue Summe hängt stark von der Reiseroute ab. Wer in Kapstadt, Johannesburg oder Durban unterwegs ist und überwiegend Hotels, Restaurants und Mietwagen nutzt, kommt mit Karte gut zurecht. Trotzdem ist Bargeld in Rand für kleine Ausgaben sehr nützlich.
Dazu gehören etwa:
- Trinkgelder für Servicepersonal, Gepäckträger und Guides.
- Kleine Einkäufe auf Märkten oder an Straßenständen.
- Parkgebühren und kleinere Eintrittspreise.
- Getränke an abgelegenen Aussichtspunkten.
- Kleine Tankstellen oder Geschäfte außerhalb der Städte.
- Fahrten mit Minibussen oder lokalen Verkehrsmitteln.
Wer eine Rundreise durch ländliche Regionen plant, sollte etwas mehr Rand einstecken. Zwischen zwei größeren Orten kann es manchmal länger dauern, bis der nächste Geldautomat auftaucht. Auch auf einer Safari ist Bargeld hilfreich, etwa für Trinkgelder oder kleine Einkäufe in der Lodge.
Das Geld sollte man nicht an einer einzigen Stelle aufbewahren. Ein kleiner Betrag im Portemonnaie, eine Reserve im verschlossenen Gepäck und eine funktionierende Karte sind eine vernünftige Kombination.
Dollar in Rand wechseln
US-Dollar können in Südafrika bei Banken, lizenzierten Wechselstuben und teilweise an Flughäfen in Rand umgetauscht werden. Dafür benötigt man normalerweise den Reisepass. Die Wechselstube verlangt außerdem eine Gebühr oder bietet einen Kurs an, der bereits eine Marge enthält.
Am Flughafen ist der Umtausch besonders bequem, aber nicht immer besonders günstig. Wer nicht dringend Bargeld benötigt, kann zunächst einen kleineren Betrag wechseln und später in der Stadt einen besseren Kurs vergleichen. Banken und Wechselstuben in großen Einkaufszentren sind oft eine praktische Alternative.
Vor dem Wechsel sollte man sich den ausgezahlten Betrag in Ruhe zeigen lassen. Kleine Rechenfehler können überall passieren, besonders wenn mehrere Gebühren und Wechselkurse zusammenkommen. Wer unsicher ist, sollte nicht unter Zeitdruck unterschreiben oder das Geld sofort in die Tasche stecken.
Von Geldwechseln auf der Straße ist dringend abzuraten. Angebote mit angeblich sensationellen Kursen wirken vielleicht verlockend, können aber mit Betrug, Falschgeld oder anderen Problemen verbunden sein. Ein offizieller Schalter ist weniger aufregend, dafür deutlich entspannter.
Trinkgeld und kleine Zahlungen
In Südafrika ist Trinkgeld in vielen Bereichen üblich. In Restaurants sind etwa 10 bis 15 Prozent angemessen, sofern der Service nicht bereits auf der Rechnung enthalten ist. Hotelangestellte, Gepäckträger, Tankwarte und Safari-Guides freuen sich ebenfalls über ein Trinkgeld.
Für solche Beträge sind Rand-Scheine und Münzen besonders praktisch. US-Dollar können zwar in einigen Lodges akzeptiert oder ausdrücklich gewünscht werden, aber das sollte man vorher erfragen. In einer einfachen Unterkunft oder einem kleinen Restaurant ist Rand die bessere Wahl.
Bei einer Safari empfiehlt es sich, bereits bei der Ankunft nach der Trinkgeldpraxis zu fragen. Manche Lodges haben eine gemeinsame Trinkgeldbox für das gesamte Personal, andere erwarten eine direkte Übergabe. Eine kleine Nachfrage wirkt keineswegs unhöflich – im Gegenteil, sie verhindert peinliche Momente beim Abschied.
Bezahlen in beliebten Reisezielen
In Kapstadt ist Kartenzahlung in vielen Restaurants, Cafés, Museen und Geschäften problemlos möglich. Auf dem Tafelberg, an der Waterfront oder in größeren Einkaufszentren findet man gewöhnlich gut ausgestattete Zahlungsstellen. Für Märkte, kleine Imbisse und Fahrten sollte man trotzdem Rand dabeihaben.
Im Kruger-Nationalpark und in anderen großen Schutzgebieten kann man in den Hauptcamps häufig mit Karte bezahlen. Bei abgelegenen Rastplätzen oder kleineren Verkaufsstellen ist Bargeld jedoch nützlich. Wer eine Selbstfahrerreise plant, sollte außerdem beachten, dass nicht jede Tankstelle in abgelegenen Gegenden dieselben Karten akzeptiert.
An der Garden Route und in beliebten Küstenorten ist die Infrastruktur meist gut. In kleineren Dörfern oder bei spontanen Stopps am Straßenrand kann Bargeld den Einkauf deutlich einfacher machen. Gerade dort entstehen oft die schönsten Reiseerinnerungen: ein Stück frisch gebackenes Brot, ein paar lokale Früchte oder ein handgefertigtes Souvenir – bezahlt ganz unkompliziert mit Rand.
Die sinnvollste Geldstrategie für die Reise
Für die meisten Urlauber ist eine Kombination aus Karte und südafrikanischem Bargeld ideal. US-Dollar muss man nicht extra besorgen, nur weil man nach Südafrika reist. Wer bereits Dollar besitzt, kann sie als Reserve mitnehmen oder vor Ort offiziell wechseln, sollte aber nicht den gesamten Reiseetat darauf aufbauen.
- Eine Kreditkarte für Hotels, Mietwagen und größere Ausgaben verwenden.
- Eine zweite Karte als Reserve getrennt aufbewahren.
- Rand an einem sicheren Geldautomaten abheben.
- Für kleine Ausgaben und Trinkgeld Bargeld bereithalten.
- Bei Kartenterminals immer Rand statt Euro oder Dollar auswählen.
- Wechselstuben am Flughafen nur nutzen, wenn es wirklich notwendig ist.
- Keine größeren Geldsummen offen zeigen oder gemeinsam an einem Ort aufbewahren.
Wer diese einfachen Regeln beachtet, kann Südafrika entspannt genießen. Dann bleibt mehr Aufmerksamkeit für die eigentlichen Reisehöhepunkte: den Duft der Fynbos-Pflanzen an der Küste, das goldene Licht über der Savanne, bunte Märkte und die herzliche Begegnung mit Menschen, die einem den Weg zeigen – manchmal sogar dann, wenn man eigentlich in die völlig falsche Richtung unterwegs war.
